Schuld ist eine vom Menschen geschaffene Forderung, um das Gegenüber zu kontrollieren und über ihn Macht […]

zu erlangen. Wer seinem Gegenüber eine Schuld aufbürden möchte, der will in Wirklichkeit nur seinen eigenen Vorteil daraus ziehen!

Das ist der Grundgedanke der Schuld. Anstatt dem anderen eine Hand zu reichen und gemeinsame Wege zu gehen, entzieht er sich mit der Absicht vom „Schuldigen“, etwas für dessen „Fehltritt(e)“ zu erlangen. So lange der „Schuldige“ seine Schuld noch nicht abgebüsst hat, so lange kann der „Machthaber“ fordern! So einfach! Schuld bedeutet jedoch nicht das Fehlen von Verantwortung für das eigene Handeln!

Über den Schuldmechanismus kann sich derjenige nicht mehr frei entfalten. Er muss ständig in der Beobachtung sein, um nicht „wieder“ etwas falsch zu machen. Je mehr er sich dabei unter Druck setzen lässt von Aussen, desto mehr läuft er der „Befreiung von Schuld“ nach und desto weniger kann er sein Leben leben.

Das freie Entfalten ist schon von daher schwierig, da er meistens, wenn er mitbekommt, den anderen „verletzt“ zu haben, sich dafür wieder verantwortlich macht (machen lässt) und sich selbst damit wieder Schuld auflädt. Um diese Schuld zu begleichen „muss“ er wieder etwas tun. Er muss handeln. So läuft er ständig dem Bestreben nach, handeln zu müssen und kann immer weniger sein eigenes, wahres Leben führen. So führt er nun ein fremdgesteuertes Leben.

Einer der am meisten gesuchten Partner in Bezug auf Schuld, ist der verletzbare Partner. Denn dieser will über sein beleidigt sein – sein verletzt sein – dem anderen zeigen: „Schau her, du bist Schuld, dass es mir so schlecht geht! Sei wieder lieb zu mir!“. Er lädt damit seinem Gegenüber Schuld auf, um etwas von ihm zu erhalten. Näheres dazu im Artikel über „du hast mich verletzt“.

Das Problem entsteht meistens im frühen Kindesalter, wenn das Kind von seinen Eltern mitbekommt, dass es etwas tun muss, um die Liebe seiner Eltern zu bekommen oder zu erhalten. Es muss lieb sein (lieb nach den Vorstellungen seiner Eltern!), um Liebe zu erhalten. Ist es aber nicht lieb, so muss es dafür büssen! Oder das Kind übernimmt (unbewusst) eine bereits vorliegende Schuld eines oder beider Elternpaare. So wird Schuld im Menschen geboren. Die Schuld wird dann zu einem Problem, wenn das ganze System (Verhaltensstruktur, Verhaltensmuster, Glaubenssätze) des Menschen sich darin verfängt. Wenn also zum Beispiel der Glaubenssatz besteht (natürlich unbewusst), dass ich Schuld habe, dass ich keine funktionierende Beziehung führen kann, so wird es schwer eine funktionierende Beziehung zu führen. Im Gegenzug sucht man (selbstverständlich wieder einmal unbewusst) dann auch Partner, die einem das bestätigen, indem sie uns verlassen, oder indem sie uns Glauben machen, wir seien an der gescheiterten Beziehung Schuld! Die Schuld ist übrigens auch Ziel jeder Regierung; so funktioniert das Zusammensein. Jeder Staatsbürger wird mit Schuld geboren, die er abarbeiten muss. Um diese abzuarbeiten und um Steuern zahlen zu können, muss er erst lernen und in die Schule gehen. Dann eine Ausbildung absolvieren. Vielleicht sogar eine akademische, da er dann als hochdotierter Akademiker mehr Steuern zahlen kann. Oder die Kirche mit der Erbsünde, die ein jeder von uns Christen hat. Die Christen büssen, oft in Form von materiellen Abgaben, um ihre Schuld loszuwerden. Jahrhundertelanges Abkassieren für die Absolution. Wer ist hier der Profitierende? Menschen, nicht Gott (was hätte er auch vom Geld)! Und das nur, um im „Jenseits“ (wo auch immer das liegen mag) besser dazustehen.

Der Ausstieg aus der Schuld

Der Ausstieg gelingt erst, wenn sich der Schuldige seiner Schuldempfängnis bewusst wird. Das heisst, er aktiv aus dem Prozess des Leiden wollens aussteigt. Ihm muss klar sein, dass er auf der einen Seite die Verantwortung für sein Handeln hat und auf der anderen Seite, dass Schuld nur ein Druckmittel des Anderen ist! Bleibt er gedanklich in der Gegenwart wird es einfacher auszusteigen. Je mehr er versteht, was durch Schuld passiert, wie es aufgebaut ist, was „man“ damit bekommen kann, desto mehr wird ihm bewusst, dass Schuld nur eine Illusion sein kann. Keine Pflanze, kein Tier kennt Schuld, nur der Mensch! Die Auseinandersetzung und das Verstehen des Prinzips Schuld führt zur Befreiung des eigenen Selbst. Da sich nun derjenige nicht mehr selbst bestrafen muss für seine Schuld, führt es weiterhin zur mehr Selbstliebe, Eigenverantwortung, Kreativität und Spontaneität.